Samstag, 22. Juli 2017

Dauerblüher und Selbstausäer

 Dieses Jahr ist ein wahres Stockrosenjahr. Wenn eine Pflanze wunderbar und dauerhaft bis zum Herbst blüht, dann die Stockrose. Durch Selbstaussaat hat sie sich ganz gut im Garten etabliert. Und zum Glück werden die Pflanzen von den Schnecken verschmäht, die uns diesen Sommer ganz extrem heimgesucht haben.
Inzwischen gibt es Stockrosen in ganz verschiedenen Farben in unserem Garten. Nur die schwarze Sorte ist leider verschwunden.
 Auch die Karden blühen recht üppig - so sehr, dass sie sich mit ihren vielen, schweren Köpfen zu Boden neigen. Die Schnecken mögen sie ebenfalls nicht, dafür aber umso mehr die Bienen und Hummeln. Auch Karden vermehren sich recht gut durch Selbstaussaat. Man muss ein wenig aufpassen, dass es nicht zu viele werden.

 Von den Dahlien hat es in diesem Sommer tatsächlich nur die rote Sorte geschafft. Die pinkfarbene, die ich jetzt schon so viele Jahre hatte, wurde radikal von den Schnecken gefressen. 
Farblich perfekt passen die Montbretien dazu. Ich hatte vor zwei Jahren einen ganzen Haufen an verschiedene Stellen gesetzt. So richtig gut sind sie nirgendwo gewachsen. Erstaunlicherweise sind in diesem Jahr aber diejenigen am besten ausgetrieben, die ich ins karge Beet unter die Schwarzkiefer gesetzt hatte. Hier wachsen übrigens auch die Karden am besten.
 Ebenfalls als Dauerblüher entpuppten sich die beiden Geranium nodosum, die ich im April unter die Quitte gepflanzt hatte.Sie blühen nun schon seit Anfang Juni unermüdlich. Besonders filigran sind ihre Samenstände.
 Ein anderer Dauerblüher ist das Geranium "Rozanne", dass ich im Frühjahr spontan an eine andere Stelle im Beet umgesetzt habe. Jetzt bekommt es etwas mehr Sonne ab und das scheint ihm zu gefallen.

Damit Rozanne und auch die Taglilien, die im Herbst 2016 neu ins Terrassenbeet kamen, etwas mehr Platz haben und mehr Sonne abbekommen, habe ich den Frauenmantel, der daneben wächst, zurückgeschnitten. Beim genauen Hinschauen treiben jedoch schon wieder die ersten Blätter aus. So wird sich hoffentlich die entstandene Lücke im Terrassenbeet bald wieder schließen. Damit sie nicht so auffällt, habe ich zwei Topfgeranien hineingestellt. Mit der Blüte scheint es in diesem Jahr bei den Taglilien nämlich noch nichts zu werden.

Samstag, 8. Juli 2017

Sommer

 Sommer, du bist nicht meine liebste Jahreszeit. Irgendwie kann ich mich an deine Hitze nicht gewöhnen. Ich werde dann so träge und es fällt mir schwer, etwas zu tun.
 Heute zeigt sich der Sommer auch noch von seiner stürmischen Seite. Schon mehrfach hat der Wind meine Semperviven-Sammlung auf dem Tisch umgefegt. Zum Glück ist noch kein Topf zerbrochen. Die Dosen sind wenigstens nicht zerbrechlich.
 Beim Gewitter vorgestern Nacht wurde der Semperviven-Kranz vom Tisch gefegt. Er sieht jetzt ziemlich zerrupft aus und ich überlege, ob ich ihn neu mache, da das Moos inzwischen auch noch ganz schwarz geworden ist.
Aber der Sommer hat auch ein paar angenehme Seiten, das gebe ich ja zu. Zum Beispiel ernte ich derzeit jeden Tag an unserer Himbeerhecke. Die meisten Beeren habe ich eingefroren, um dann nach und nach Marmelade aus den Früchten zu kochen. 
 Und da wir in diesem Herbst vermutlich keine Quitten ernten können - es sind kaum welche gewachsen - ist mir die Himbeerernte umso wertvoller.
 Der Frauenmantel blüht und blüht. So langsam verblüht er und fällt auch auseinander. Ich werde ihn in den nächsten Tagen zurückschneiden, damit er noch einmal neu austreiben kann. Doch im Moment ist es einfach noch zu schade, ihn abzuschneiden.
 Schön ist es natürlich auch, dass man im Sommer draußen sitzen kann - besonders am Abend. Der Hitze sei Dank, dass sie doch für etwas gut ist.
Ich wünsche allen Lesern einen schönen Sommer!

Freitag, 30. Juni 2017

Der Sommer 2017 ist ein Schneckensommer

So schön wie in diesem Jahr hat die Hortensie Pink Annabelle noch nie geblüht. Die dicken rosa Blütenbälle bilden vor der Bambushecke (die ja die Garagenwand verschwinden lassen soll) eine wunderbare Kulisse für Muskatellersalbei, weiße Spornblume und Argentinischem Mannstreu.
 Wir haben in diesem Jahr im Wiesenbeet mal was Neues ausprobiert, nachdem Duftnesseln und Monarden nicht mehr austreiben wollten. Die distelähnlichen Mannstreupflanzen kommen hoffentlich besser mit dem trockenen und sandigen Boden zurecht.
 Der Muskatellersalbei hatte ja bereits bewiesen, dass er in diesem Beet ganz gut wächst. So üppig wie vor zwei Jahren blüht die neue Sorte jedoch nicht.
Und auch die Pflanzen, die wir aus Samen gezogen haben, machen in diesem Jahr Probleme.
Kein Wunder, denn sogar sie leiden an dem extremen Schneckenbefall in diesem Jahr.
 Als Abwehrmaßnahme gegen Schnecken haben wir es mit Kartoffeln und Kaffeesatz probiert. Dazu werden halbierte Kartoffeln um die Pflanzen herum ins Beet gelegt. Die Schnecken haben sich auch gleich auf die Kartoffeln gestürzt, sodass man sie darunter ganz gut absammeln konnte.
 Wir haben in diesem Jahr allerdings extrem viele Schnecken - so viele, dass man sie kaum alle absammeln kann. Und dann stellt sich ja auch die Frage, wohin damit. Ich habe den Eindruck, dass sie den Kompost genauso schnell wieder verlassen, wie man sie dorthin bugsiert hat. Die kleinen Funkien sehen jedenfalls nicht gut aus.
Und auch die Dahlien nicht, die bisher meist Mitte Juli schon mit der Blüte begonnen haben. Davon sind sie in diesem Sommer noch weit entfernt.
 Doch zum Glück gibt es noch solche Lichtblicke wie die Stockrosen, die von den Schnecken verschmäht werden. (Den Malvenrost haben wir im vorigen Jahr ganz gut in den Griff bekommen, aber das ist eine andere Geschichte).
Und die Pink Annabelle ist natürlich auch ein Lichtblick. Wer hätte gedacht, dass sie so schön blühen kann?

Sonntag, 18. Juni 2017

DIY - Eine Tasche aus Filz

 Ich brauchte mal eine kleine Tasche, die zu meinen blauen und schwarzen Sachen passt. Also habe ich mir geschwind eine selbst gefilzt. 
So eine kleine Filztasche mit Wickelverschluss ist im Prinzip Anfängertechnik. Die Tasche wird um eine Schablone aus Noppenfolie herum gefilzt. In der gleichen Technik werden zum Beispiel auch Kissenhüllen hergestellt. Das Besondere an dieser Tasche ist die Oberflächenstruktur.
Eine Art Relief entsteht durch das Einfilzen von Filzschnüren und Wollfäden. Durch die Mischung von zwei verschiedenen Wollsorten - dunkelblauer Vlieswolle und feiner schwarzer Merinowolle - wird die Tasche stabiler. Und sie passt gleichzeitig zu Blau und Schwarz. Eigentlich sollte sie rein schwarz werden, doch die schwarze Merinowolle hat erstens nicht für eine komplette Tasche gereicht. Und zweitens wäre sie viel zu fein gewesen.
Um die schwarze Schattierung zu erhalten, habe ich die gesamte Tasche am Ende mit einer Schicht schwarzer Wolle komplett abgedeckt. Erst nach dem Trocknen wurden die feinen Wollfäden sichtbar, die ich darunter eingefilzt habe. Sehr schön sieht man jetzt auch, wie sich die blauen und schwarzen Fasern ineinander verwoben haben.
Innen habe ich ein Zwischenfach in der blauen Grundfarbe eingefilzt. Hier sieht man, dass die blaue Vlieswolle allein eher violett wirkt. Gemischt mit der schwarzen Wolle wirkt sie dunkelblau.
Insgesamt ist die Tasche nicht sehr groß. Smartphone, Brille, Tempos und Geldbörse passen aber locker hinein. Aus der selben Wolle habe ich übrigens vor sechs Jahren schon einmal eine Tasche gefilzt - damals war es eine Umhängetasche.
Alle, die es genauer interessiert, wie man so eine kleine Tasche filzt, können sich gerne mein neues Video anschauen. Da zeige ich wie die Oberfläche gestaltet wird und wie das Innenfach in die Tasche kommt. 

Dienstag, 6. Juni 2017

Rankende Rambler

 Fast hätte ich die Blüte der Ramblerrose verpasst. Man sollte Anfang Juni einfach nicht verreisen. Oder noch besser: Am besten bleibt man ganz zu Hause, wenn man einen Garten hat. Jedenfalls habe ich heute morgen schnell ein paar Fotos gemacht, denn schon im vorigen Jahr konnte ich gar keine Bilder von der Ramblerrose zeigen.
 Der Vergleich zeigt, dass die Kletterrose gegenüber 2016 deutlich gewachsen ist. Vor drei Jahren, im Juni 2014, wuchs sie noch neben der Gartenhütte. Weil sie dort aber nicht so richtig vom Fleck kam, habe ich sie im Herbst 2014 an die Schwarzkiefer umgesetzt. In den ersten beiden Jahren haben wir die Triebe mit zwei, drei Drähten am Baumstamm befestigt.
 Inzwischen rankt "Pauls himalayan musk" schon von alleine über die untersten Zweige der Kiefer. Jetzt ist sie von allen Seiten zu sehen.
 Von ihrer schönsten Seite zeigt sie sich bei einem Blick von der Straße - wo übrigens auch die rote Spornblume gerade so hübsch blüht.

 Der Knotige Bergwald Storchschnabel (Geranium nodosum) blüht nun ebenfalls. Ich hatte ihn im April gekauft und war zunächst ganz verunsichert, ob es sich bei den Stauden wirklich um Geranium handelt, da die Blätter nur dreifach gelappt sind. Das kannte ich von Geranium macrorrhizum und auch von Geranium renardii nicht. Die Blüte zeigt jetzt, dass es sich doch um Storchschnabel handelt. Meine kleine Sammlung wächst...

Samstag, 20. Mai 2017

Ein blauer Garten

 In vielen Gärten ist Blau die vorherrschende Farbe im Mai - so auch bei mir. Einen blauen Garten anzulegen, war ja sogar mein ursprünglicher Gedanke als wir den Garten vor fünf Jahren bezogen haben. Davon bin ich allerdings wieder abgekommen. Es erscheint mir doch zu eintönig, wenn alles immer nur blau blüht. Dennoch habe ich im ersten Frühling vor vier Jahren zwei blaue Akeleien gepflanzt. Außerdem hatte ich im Herbst zuvor fünf Alliumzwiebeln ins Terrassenbeet gesteckt. Der Blick in den Maigarten 2013 war dementsprechend überschaubar.
 Akeleien vermehren sich ja wie Unkraut. Und auch die Alliums haben sich damals kräftig ausgesät und ich fand in den folgenden Jahren viele kleine Alliumpflanzen im Terrassenbeet. Geblüht haben im vorigen Jahr trotzdem nur sehr wenige.
 Da sieht es dieses Jahr schon interessanter aus. Es hat sich sogar eine zweite Farbe zu der ursprünglichen gesellt. Sie ist viel dunkler violett.

 Aber es gibt noch mehr blaue Blumen im Maigarten. Vor allem die Spanischen Hasenglöckchen sind auf Eroberungstour durch den gesamten Garten. Sie wachsen überall - egal, ob der Standort sonnig oder schattig ist.
 Einige Hasenglöckchen hatte ich vor zwei Jahren im März 2015 in das Kiefernbeet umgesetzt. Auch hier haben sie sich schon ausgebreitet.
 Sie blühen nun als blaue Farbtupfer inmitten des Balkan-Storchschnabels.
 Blau blüht auch das Geranium renardii (Im Foto unten rechts oben und der Günsel (links unten).
 Am Gartenzaun hinter dem Kiefernbeet zeigen die ersten Wildrosen ihre zarten Blüten. Die allerersten sind die weißblühenden Dünenrosen.
 Weiß blüht auch das Maiglöckchen unter der Quitte.
 Und auf meinem Gartentisch gab es dieses Woche noch eine Überraschung: Der Mooskranz hat Pilze angesetzt. Sieht das nicht schön aus?